Astrofotografische Optimierung des
Vixen R200SS

Viele Jahre lange war der Vixen R200ss ein echter Platzhirsch in seinem Gebiet. Das schnelle F4 Öffnungsverhältnis, seine gute Optik und der eingebaute Komakorrektor prädestinierten ihn für den Einsatz als "intergalaktischer Staubsauger". Der R200ss hat sich in den 90er Jahren schnell in der Gemeinde der DeepSky Beobachter und Astrofotografen verbreitet, was aber sicherlich auch an mangelnder Konkurrenz lag. Die Eckdaten sind bis heute die gleichen, wenn auch die Lackierung dem neuen Vixen Layout angepasst wurde. Die gute Optik 200/800 Optik wird weiterhin unverändert gefertigt und mittels eines speziellen Verfahrens von Vixen erst beim Bedampfen parabolisiert. Der Komakorrektor hat (endlich!) ein 2" Filtergewinde bekommen und scheint auch optisch geändert zu sein, da sich der Fokus ersten Berichten nach verschoben hat.

Im Wesentlichen hat sich der gute + alte R200ss über die Jahre also kaum verändert, die Aufnahmetechnik der Astrofotografen hingegen schon. Im digitalen Zeitalter zeigt der Newton doch einige schwächen, die zu Zeiten analoger Technik nicht (oder kaum) aufgefallen sind. Obwohl das Gerät weiterhin als fotografisch optimierter Newton angepriesen wird, fallen schnell Mängel am Design auf, die es zu beheben gilt:

  1. Der Blechtubus ist nicht steif genug
  2. Der Okularauszug ist zu unpräzise
  3. Der Komakorrektor ist nicht optimal

Fangen wir zunächst beim Tubus an. Der originale 0,5mm dicke Belechtubs ist nicht in der Lage das optische System (immerhin ein F4!) mit ausreichender Stabilität zu verbinden. Das Anlegen der Rohrschellen, sowie die Montage der Kamera am Okularauszug führt zu spürbarer Deformierung und somit Dejustage. Als erste Maßnahme sollte somit ein neuer Tubus beschafft werden. Aus der Rappelkiste von Herrn Ransburg habe ich dazu je einen Orion 200mm F4.5 und einen TS 200 F4 Tubus bestellt. Beide Tuben haben jedoch abweichende Abmessungen und sind zudem mechanisch nicht stabiler als das Original von Vixen. Der TS Tubus schien zumindest als Form für einen selbst gefertigten GFK Tubus zu dienen... Dieser wurde auch von mir hergestellt, war jedoch nicht in der gewünschten Qualität realisierbar. Letztendlich bin ich bei einem Hartpapiertubus von Gerd Neumann gelandet, der meine Anforderungen voll unf ganz erfüllt: Hohe mechanische Stabilität, geringes Eigengewicht und keine nennenswerte Wärmeausdehnung.

Die Abmessungen des neuen Tubus:
D innen = 230mm
D außen = 236mm
Wandstärke = 3mm
Länge = 663mm für Baader Korrektor
Länge = 700mm für TeleVue Korrektor

Die zu erwartende Abweichung vom bestellen Maß ist lediglich 0,5mm, somit kann dieser Tubus kann nun ohne Probleme mit den originalen Endstücken des Vixen versehen werden. In meinem Fall passten diese "saugend" in den neuen Tubus und wurden von außen mit Edelstahlschrauben befestigt. Der um gut 5mm größere Außendurchmesser verhindert jedoch den Einsatz er originalen Rohrschellen. Abhilfe schaffen hier 235mm Rohrschnellen von Antares, die es zum Beispiel bei der Firma Teleskop-Service gibt.

Abbildung 2: Während des Umbaus haben sich einige Tuben angesammelt, bis schließlich das Optimum gefunden wurde.

Von Links nach Rechts: Orion Fotonewton 8" F4.5, Teleskop Service 8" F4 Newton, original Vixen R200ss und ein maßgefertigter Hartpapiertubus (hier mit 663mm Länge).