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Nachdem der Okularauszug getauscht wurde, kann der originale Komakorrektor nicht mehr verwendet werden.
Dieser hat ein spezielles Anschlussgewinde, das auf den originalen Auszug abgestimmt ist und passt
aufgrund seines Durchmessers nicht in einen standardmäßigen 2" Auszug. Dies ist jedoch nicht
sonderlich schlimm, denn der originale Korrektor ist nicht optimal und sollte eh getauscht werden.
Schaut man sich nach Alternativen um, so kommen (abgesehen von einigen teuren Exoten) nur
Zwei Möglichkeiten in Frage:
- Baader Muti Purpose Komakorrektor (MPCC)
- TeleVue Parracor universal
Beide Korrektoren haben Vor- und Nachteile. Der Baader MPCC bietet Teleskopseitig eine 2" Steckhülle und
kameraseitig ein T2 Anschlussgewinde. Er verändert die Brennweite des Teleskops nicht und kann somit universell
eingesetzt werden. Die Korrektur des Korrektors ist bis F5 als gut zu bezeichnen, darunter jedoch nur ausreichend.
Durch seinen T2 Anschluss ist der freie Durchlass leider auf ca. 40mm beschränkt, wodurch er an lichtstarken
Systemen eine zusätzliche Vignettierung verursacht. Für ein lichtstarken F4 System wie den R200ss
erscheint er daher nicht optimal geeignet.
Die Optik des TeleVue Parracor ist ebenfalls in einer 2" Steckhülse verbaut, bietet jedoch
Kameraseitig ein 65mm Gewinde für das es eigene Adapter aus dem TeleVue Imaging-System gibt. So kann
die Kamera ohne Reduzierung auf T2 direkt adaptiert werden. TeleVue bietet hierfür einen speziellen
Adapter, der direkt vom 65mm Gewinde auf Canon EOS Bajonett wandelt (ähnlich einem Wide-T Adapter)
und stöende Vignetierung vermeidet. Auch der äußerst Kritische Abstand zwischen Korrektor
und Filmebene (55mm) ist hierbei direkt optimal eingestellt. Die Korrektur des Parracor ist auch bei F4 ausgezeichnet,
weswegen ich mich für diesen Korrektor entschieden habe.
Im Gegensatz zum Baader Korrektor, verlängert der Parracor jedoch die Brennweite des Teleskops. Der Hartpapiertubus
muss daher etwas länger, um mit der DSLR noch in den Fokus zu kommen. Die optimale Länge
für den R200ss mit TeleVue Korrektor liegt bei 700mm, womit man noch ca. 2cm Backfokus hat.
Die Bearbeitung des Hartpapiert gestaltet sich (in Gegensatz zu GFK oder CFK) äußerst einfach.
Es entspricht in etwas einem mittelharten Holz und kann mit normalen Werkzeugen ausreichend präzise bearbeitet
werden. Eine Lackierung des Materials ist ebenfalls möglich, erfordert jedoch einige Schleifarbeiten um
eine glatte Oberfläche zu erhalten. Ich habe mich gegen eine Lackierung entschieden, den Tubus jedoch
von außen mit WD40 versiegelt. Die Innenseite wurde freilich mit Velourfolie aus dem Baumarkt ausgekleidet,
um störende Reflexe zu unterdrüclen.
Fazit: Der Vixen R200ss ist im Originalzustand ein gutes Teleskop, jedoch keine kompromislose
Fotomaschine. Für den Einstieg in die langbrennweitige Astrofotografie ist er
gute Wahl, da die Fertigungsqualität über dem Chinesischen Niveau liegt
und der Gebrauchtmarkt aufgrund der jahrelangen Beliebtheit recht üppig ist.
Auch Deespsky Beobachter werden mit dem Vixen sicherlich viele angenehme Stunden verbringen.
Für beide genannten Gruppen sind sowohl der Standard Okularauszug, also auch der
Komakorrektor erstmal ausreichend. Fortgeschrittene Fotografen werden jedoch schnell an die
mechanischen Grenzen des Gerätes stoßen und daher um die genannten Modifikationen
kaum herum kommen.
Fragen zum R200ss Umbau?
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